Kostenloser Besucherzähler von InterNetWORX

seit Feb. 2003

Die Entstehungsgeschichte der Schindluder

Die Maskengruppe „Schindluder“ ist der historischen Figur der Schlampe aus den frühesten Zeiten der Neuhausener Straßenfasnet nachempfunden. Damals ging man im traditionellen Kostüm der Schlampe und des Clowns auf die Straße, um in Schauzügen die letzten Tage vor der schweren Fastenzeit noch einmal bunt und freimütig zu feiern. Dabei verkörperte der Clown den Tölpel oder Bauern, die Schlampe war dagegen das alte Weib im bäuerlichen Aufzug. Die Schlampe trug mehrere Röcke, Kopftuch, Stola und tarnte ihr Gesicht mit einem Stofflappen mit eingeschnittenen Löchern. Das Kostüm sollte dabei die wahre Identität verhüllen, so dass es sich unerkannt bunt treiben ließ. Schlampen trugen einen Korb oder schoben einen Kinderwagen, auf die sie ihre Opfer luden und machten sich mit Rätschen oder Fahrradglocken im rasenden Lauf bemerkbar.

 

Seinen Namen verdankt die Maskengruppe dem alten Brauch der Läuterung. Dem entsprechend klärt ein Schindluder sein Opfer über dessen Neigung und Eigenschaften auf - Ob es immer hilft, ist jedoch leider nicht überliefert und kann auch heute nur schwer beurteilt werden. Fest steht jedoch, dass die Aktiven der Gruppe seit 1983 in Neuhausen und Umgebung ihre „Schindluder“ treiben.

 

Das „Häs“ der Schindluder besteht heute aus einer Maske, die ein Schnitzer aus Neckartailfingen schuf. Diese streckt den Leuten durch eine Zahnlücke die Zunge entgegen. Außerdem prägen die rote Knollennase, die Pausbacken und die schwarzen dicken Augenbrauen das runde Gesicht. Die Kleidung des „modernen Schindluders“ besteht aus dem roten Kopf- und Schultertuch, einer gelben Jacke und dem grünen Rock. Abgerundet wird das Ganze durch eine lange weiße Unterhose mit Rüschen an den Beinen. Seine Narrheit zeigt das Schindluder auch heute noch laut mit einer Rätsche.

 

Mitglieder (gesamt)

102
... davon aktiv  80
... davon passiv 22
... davon weiblich 41
... davon männlich 61
... davon Kinder 24
(stand April 2014)